24.06.2011
FDP St. Johann West fordert einen personellen Neustart für das Projekt „Vierter Pavillon“
Der Skandal um den Erweiterungsbau der Modernen Galerie wird immer vielschichtiger und scheint kein Ende zu nehmen kritisiert der Vorsitzende des FDP Ortsverbandes St. Johann West Thomas Schug.
Das Projekt 4. Pavillon wurde von der damaligen CDU Landesregierung, dem Stiftungsvorstand und nicht zuletzt vom Kuratorium, ohne die konstruktiven Einwände und Vorschläge des Stadtrates, der Bevölkerung aber auch vieler namhafter Fachleute ausreichend zu berücksichtigen, mit aller Gewalt durchgesetzt.
Schug: „Mein Ortsverband hat schon 2007 unterstützt durch die damalige FDP Stadtratsfraktion und den ehemaligen Landeskonservator Johann-Peter Lüth den kalkulierten Kostenrahmen in Frage gestellt und vor einer Verschandelung des preisgekrönten Schönecker Entwurfes durch die Bebauung der Rasenfreifläche vor der Modernen Galerie gewarnt. Der Vergleich mit anderen Museumsneubauten ergab zu diesem Zeitpunkt, dass die geschätzten 9 Millionen Euro für den geplanten Baukörper niemals ausreichen werden. Vielmehr musste mit einer Bausumme von mindestens 30 Millionen Euro gerechnet werden“.
Schug: „Noch schlimmer als die Kostenexplosion ist allerdings die architektonische Verschandelung der Kulturmeile. Als sich das Kuratorium 2008 einstimmig für den Entwurf des Kölner Büro twoo architekten entschied war klar, dass es sich um einen kubischen zur Bismarckstrasse fensterlosen Betonkörper handelt, dessen Fassadengestaltung von entscheidender Bedeutung sein würde. Die Architekten sahen aus diesem Grund eine Fassade aus welligem Gussglas vor, um das Gebäude transparenter und weniger klotzig erscheinen zu lassen. Aufgrund der Kostenexplosion hat das Kuratorium kurzerhand entschieden, sich von dieser architektonisch so wichtigen Fassadengestaltung zu trennen“.
Schug: „Statt von der Glasfassade sollten wir uns lieber von allen für dieses Debakel Verantwortlichen trennen. Die Beurlaubung von Ralph Melcher und die Abberufung des Projektsteuerers kann nur der Anfang sein. Das Kuratorium und die verantwortlichen Minister sollten folgen. Wir brauchen ein komplett neues Team, welches unbelastet ist und dem Interimsvorstand Meinrad Grewenig kompetent und konstruktiv kritisch zur Seite steht. Nur so haben wir eine Chance, das Museumsprojekt mit einem baulich wie finanziell einigermaßen akzeptablen Ergebnis zu Ende zu bringen. Gelingt dieser Neustart nicht, erhalten wir statt eines überregional bedeutenden Museumsneubaus ein Mahnmal für politischen Hochmut, Vetternwirtschaft und städtebauliche Ignoranz“.
Ansprechpartner:
Dr. Thomas Schug, M.A.
FDP St. Johann West
Vorsitzender
Telefon: 0681-5880137
e-Mail: schug-thomas@ t-online.de